Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein

BWL-Know-how für das Pflegeheim der Zukunft: Betriebswirte der Seniorenwirtschaft und Weiterbildung zur Heimleiterqualifikation (HeimPersV)

Wie gute Pflege aussieht, das weiß die gelernte Krankenschwester und studierte Lehrerin für Pflegeberufe Katrin Tieck natürlich. Nur wie man eine Gewinn- und Verlustrechnung liest, das wusste die 40-Jährige bis vor Kurzem noch nicht. Die stellvertretende Leiterin eines Alten- und Pflegeheimes mit 32 Betten in Ritterhude ist sich jedoch sicher: „Eine optimale Heimleitung braucht unbedingt BWL-Know-how – und deswegen besuche ich jetzt schon seit eineinhalb Jahren die Weiterbildung zur Betriebswirtin der Seniorenwirtschaft bei der Wirtschaftsakademie in Kiel.“

Seit April 2008 hat die gebürtige Sachsen-Anhalterin bereits acht einwöchige Module besucht. Und schon jetzt hat sie jede Menge dazu gelernt. „Ich war vorher überhaupt kein Zahlen-Mensch“, lacht sie, „jetzt habe ich aber schon einen viel besseren Durchblick in Finanzangelegenheiten und kann mittlerweile sogar Gewinn- und Verlust-Rechnungen lesen. Und das ist äußerst wichtig für meine tägliche Arbeit.“

Doch nicht nur das Lesen von Bilanzen stand für Tieck und ihre 21 Mitstreiter auf dem Programm. Beispielsweise auch Qualitätsmanagement, IT-Management, allgemeine Betriebswirtschaftslehre und Marketing waren bereits Bestandteil der fast zweijährigen Weiterbildung. „Als nächstes steht dann das Modul Pflegewissenschaften an“, berichtet Katrin Tieck und fügt hinzu, „und bis Dezember schreiben wir dann alle eine große, abschließende Hausarbeit.“

Und darauf freut die gelernte Krankenschwester sich im Übrigen schon sehr – ihr Thema steht nämlich bereits fest. „Mein Steckenpferd war schon immer die ambulante Pflege“, erzählt die 40-Jährige, „und daher werde ich mich in meiner Abschlussarbeit über die mögliche Einrichtung einer rehabilitativen Kurzzeitpflege bei uns in Ritterhude beschäftigen.“

Wie es für sie im Januar nach der Abschlussprüfung weitergehen wird, weiß Katrin Tieck schon jetzt. „In absehbarer Zeit werde ich die Leitung unseres Pflegeheimes übernehmen.“ Eine spannende und verantwortungsvolle Aufgabe, der die Wahl-Norddeutsche jedoch gelassen entgegen sieht. „Ich habe bereits jetzt so viel über die betriebswirtschaftlichen Grundlagen in einem Seniorenheim bei der Wirtschaftsakademie gelernt, dass ich bestens vorbereitet bin.“

UPDATE (05/2010)

1,5 – mit dieser Traumnote hat Katrin Tieck vor einigen Monaten ihre Abschlussprüfung zur Betriebswirtin der Seniorenwirtschaft bestanden. „Über diesen guten Abschluss habe ich mich natürlich sehr gefreut“, erzählt sie. „Das Schreiben meiner Hausarbeit hätte mir aber auch ohne diese gute Benotung großen Spaß und mich vor allem noch fitter im Bereich ambulante Pflege gemacht.“

Nur ein paar Wochen nach den Abschlussprüfungen hat Katrin Tieck ihr großes Ziel erreicht: Seit einigen Wochen ist sie nicht mehr nur Pflegedienstleiterin, sondern auch Heimleiterin in „ihrem“ Seniorenheim in Ritterhude. Sie sagt: „Das ist eine große Aufgabe, in die ich natürlich erst einmal hineinwachsen muss. Das im Lehrgang erworbene Wissen ist mir dabei jedoch eine große Hilfe.“

Doch auch nach zwei Jahren Weiterbildung zur Betriebswirtin der Seniorenwirtschaft, bildet Tieck sich noch immer weiter. Sie erzählt: „Mich und sieben weitere Lehrgangsteilnehmer von damals hat das Thema Betriebswirtschaftslehre einfach nicht losgelassen. Daher haben wir uns vor einigen Wochen aus ein elftes Lehrgangsmodul mit einem Wirtschaftsakademie-Dozenten organisiert, um unser Wissen noch ein bisschen weiter zu vertiefen.“

Mit dem ihrem neuen BWL-Know-how will Katrin Tieck sich im Übrigen besonders für eines einsetzen: „Ich engagiere mich noch immer sehr für die Einführung der solitären Kurzzeitpflege und hoffe, dass wir sie schon bald bei uns im Kreis Osterholz erstmalig anbieten können“, erklärt sie.