Dr. Detlef Reeker, Geschäftsführer der Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein, gibt Schülern Tipps in Sachen Bewerbung, Beruf und Persönlichkeit.
Im März feiert die Akademie, für die er verantwortlich ist, ihr 40-jähriges Bestehen: "Etwa 17 000 Menschen besuchen uns jedes Jahr. Verteilt auf alle Standorte in Schleswig-Holstein, versteht sich", erzählt Dr. Detlef Reeker (52), Geschäftsführer der IHK-Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein. Und davon gibt es immerhin 17 Stück.
Die Zahl von möglichen Ausbildungsberufe ist groß: "Etwa 350 verschiedene Berufe gibt es", sagt Detlef Reeker, "doch 60 Prozent aller Auszubildenden wählen immer wieder die gleichen zehn Berufe." So ist zum Beispiel bei Frauen der Friseurberuf sehr beliebt, bei Männern der des Kfz-Mechanikers. Restaurator wollen hingegen deutlich weniger werden. "Was habt ihr denn für Berufswünsche?", fragt Detlef Reeker in die Runde und nimmt einige Antworten entgegen: Meeresbiologin, Designerin, Auslandskorrespondent, so sehen sie aus, die Berufswünsche einer neunten Klasse. "Und ich will Mathematikprofessor werden", sagt Dieter, der Klassenbeste in Mathe, woraufhin ein Raunen durch den Raum geht.
Detlef Reeker selbst wollte eigentlich Lehrer werden. Nach dem Abitur studierte er zunächst BWL und Germanistik, schrieb eine Doktorarbeit in Rechnungswesen und kam erst "über verschiedene berufliche Stationen" (siehe Mitte) zu seiner heutigen Tätigkeit, die er nun bereits seit vier Jahren ausübt. Angetreten hat er die Stelle am 1. März 2003: "Meinem Geburtstag", wie er uns verrät.
Auf die Frage, auf welche Kriterien er bei Bewerbungen besonders achte, erzählt Reeker: "Ich sortiere nach ,Kästchen', wer keine Qualifikation hat, zu viele Rechtschreibfehler macht oder eine schlechte Begründung aufführt, wird auf keinen Fall eingeladen." Auch äußere Kriterien wie der Zustand der Mappe sind entscheidend: "Man muss sehen können, dass einem der Aufwand für die schriftliche Bewerbung wert ist." Am meisten achte er jedoch auf das Foto: "Wenn die Augen traurig oder gelangweilt aussehen, ist das ein schlechtes Zeichen."
Von seinen eigenen Mitarbeitern wünscht er sich Engagement, Initiative und Aufrichtigkeit: "In unserem Betrieb verfolgen wir drei Unternehmensziele: Erstens wollen wir der Personalentwickler für Unternehmen in Schleswig-Holstein sein. Zweitens wollen wir die Marke IHK-Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein stärken und positiv besetzen. Und drittens wollen wir die Kosten optimieren und die Qualität steigern. Um das zu erreichen, behalten wir immer unsere ,drei s' im Hinterkopf und handeln danach: sympathisch, souverän, sicher." Er schaut eindringlich in die Runde und sagt: "Die Tugenden, die für Sie später im Beruf von großem Nutzen sein können, sind: Engagement, Initiative, Aufrichtigkeit und Achtsamkeit. Und vor allem: Bleiben Sie stets Sie selbst!"