Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein

Vernunft oder Versuchung? Chaotischer Alltag im Studentenwohnheim

Sie fechten mit Schneebesen, planen ausschweifende Küchenpartys und stellen wissenschaftliche Formeln zur Eroberung des anderen Geschlechts auf. 18 Zimmer, eine Gemeinschaftsküche und ein elend langer Flur bilden die Kulisse für das Zusammenleben eines bunten Studentenhaufens in einem Kieler Wohnheim. Rund um das neu eingezogene Muttersöhnchen Aramis ranken sich die verschiedensten Geschichten, Schicksale und Versuchungen, die ihn vom rechten Weg zum Bachelor-Abschluss abbringen wollen ...

Nachdem die Theatergruppe der Wirtschaftsakademie bereits eine Eigeninterpretation von „Faust“, Laura de Wecks „Lieblingsmenschen“ und zuletzt „Die Beißfrequenz der Kettenhunde“ von Andreas Marber auf die Bühne gebracht hat, präsentierten die „Lichtgestalten“ am Montag (28.09.2009) ihr erstes selbstverfasstes Stück, die Komödie „18 Zimmer, Küche, Flur“.

Das Publikum im ausverkauften Kieler Kultur-Forum durchlebte, durchfeierte und durchlitt mit dem Protagonisten Aramis und seinen neuen Mitbewohnern den chaotischen Wohnheimalltag des ersten Semesters. Dabei dürfte so manches Erlebnis, egal ob real oder Wohnheimlegende, bei den Zuschauern Erinnerungen geweckt haben – vom gut gemeinten Ratschlag der Mutter „Und putzt dir immer die Zähne“ über mehr oder weniger erfolgreiche Flirtversuche bis zum richtigen Auffüllen des Kühlschranks mit alkoholischen Getränken. Aramis neue Mitbewohner kümmern sich dabei auf ganz unterschiedliche Weise um den Neuankömmling – und so stellte dieser schon bald treffend fest „Das Wohnheimleben ist das legitime Erbe des Rock’n Roll“.  

Mit gelungenen Pointen, witzig-schrägen Tanz- und Gesangseinlagen und aktuellen politischen Anspielungen begeisterten die Berufsakademiestudenten und Fachschüler das Publikum und sorgten neben jeder Menge Lacher immer wieder für spontanen Szenenapplaus. Die fünf ganz unterschiedlichen Charaktere lassen sich dabei nicht nur durch den Wohnheimalltag treiben, sondern lernen auch ihre Lektionen fürs Leben – und so wird „18 Zimmer, Küche, Flur“ zu einer Komödie mit ernsten Zwischentönen.

Nach eineinhalb unterhaltsamen Stunden fiel der Vorhang und das Ensemble verabschiedete sich von der Bühne. Bei der Spielfreude und dem Engagement der Schauspieler darf man schon jetzt auf die nächsten Projekte der „Lichtgestalten“ gespannt sein!