Philipp hat es nicht leicht: Seit Wochen büffelt er für das anstehende Medizin-Examen die Nächte durch. Sein Mitbewohner Sven kann sich kaum noch an sein Gesicht erinnern und auch seine Freundin Anna ist genervt vom dauer-paukenden Philipp, der kaum noch Zeit für sie hat. Resigniert beschließt die schüchterne Philosophiestudentin, sich mal wieder mit ihren alten Freunden Jule, Darius, Sven und Lili zu treffen und macht eine Veränderung durch, die wohl keiner für möglich gehalten hätte...
Nach ihrer gelungen modernen Interpretation des klassischen „Faust“-Stoffes im vergangenen Jahr hat die sechsköpfige Theatergruppe der Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein jetzt (29.01.2008) Laura de Wecks „Lieblingsmenschen“ auf die Bühne des fast ausverkauften Kieler Kulturforums gebracht – ein Stück über die kleinen und großen Dramen, die sich in einem typisch studentischem Leben eben so abspielen. Egal, ob die unglaublich verzwickte Planung des nächsten Partyabends per SMS, das taktisch unkluge Beleidigen des Prüfers während des Juraexamens oder der One-Night-Stand mit dem Ex der besten Freundin und dem anschließenden Liebeskummer: Laura de Wecks „Lieblingsmenschen“ zeigen, dass „Studentsein“ viel mehr ist als bloßes Bücherwälzen und schlechtes Mensa-Essen.
Mit viel Liebe zum Detail und großer Spielfreude sind die Studierenden und Fachschüler in die Rollen der fünf unterschiedlichen Freunde geschlüpft und begeisterten mit jeder Menge Situationskomik, frechen Sprüchen und hilfreichen Tipps fürs nächste Date. Merke: Man sollte einer Frau nie sagen, dass ihre Impfnarben schöner sind als ihre Augen und Männer freuen sich nicht, wenn man ihre Leistungen nach einem Schäferstündchen mit „irgendwie OK“ bewertet.
Aber auch mit nachdenklichen Gesprächen und Monologen zwischen Bibliothek, Campus und Wohngemeinschaft kommen in dem erst 2007 uraufgeführten Stück der jungen Autorin nicht zu kurz und machen „Lieblingsmenschen“ zu einer gelungenen Tragikkomödie mit Tiefgang.
Mit tosendem Beifall wurden die fünf Akteure nach einer viel zu kurzen Stunde von der Bühne verabschiedet und man kann Prof. Dr. Horst Kasselmann, dem Direktor der Berufsakademie, nur recht geben, der die Ensemblemitglieder sowie die weiteren Mitstreiter schon in seinen Begrüßungsworten für ihr schauspielerisches Engagement neben dem Studium lobte. Man darf auf die nächsten Projekte der Theatergruppe gespannt sein!