Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein

"Man lernt nie aus"

Warum das Thema Weiterbildung so wichtig ist und was die Wirtschaftsakademie-Schleswig-Holstein damit zu tun hat - die elfte Klasse des Ostsee-Gymnasiums Timmendorfer Strand hat nachgefragt.

„Unser Rohstoff ist in Ihrem Kopf“, sagt Dr. Detlef Reeker, seit 2003 Geschäftsführer der Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein.

Uns ist wohl allen leidlich bewusst, dass unser Land zwischen den Meeren bei der Vergabe der Rohstoffe nicht gerade auf sich aufmerksam gemacht hat. Infolgedessen muss mehr in die Aus- und Weiterbildung der Schleswig-Holsteiner investiert werden. Und genau das ist das Motiv der Wirtschaftsakademie Schleswig Holstein.

Als Schüler der elften Klasse des Ostsee-Gymnasiums Timmendorfer Strand können wir sagen, dass viele Schüler noch keine genauen Vorstellungen ihre berufliche Zukunft betreffend haben. Dabei nähern wir uns nun schon mit großen Schritten unserem Abitur – umso wichtiger ist also unser Besuch in der Niederlassung der Wirtschaftsakademie in Lübeck. Für ein Gespräch zu den Themen „berufliche Weiterbildung und duales Studium“ steht Dr. Detlef Reeker heute Rede und Antwort.

Die Wirtschaftsakademie ist ein zukunftsweisendes Modell und wurde von der Wirtschaft mit Unterstützung der Industrie- und Handelskammer (IHK) bereits 1967 in Kiel gegründet. „Inzwischen befinden sich in ganz Schleswig-Holstein 22 Standorte unseres Unternehmensverbundes mit insgesamt 550 Mitarbeitern, wobei die größte Niederlassung Lübeck ist“, sagt Reeker. Etwa 25 000 Kunden nehmen derzeit eine Dienstleistung in Form einer Aus- oder Weiterbildung an der Wirtschaftsakademie in Anspruch.

„Unsere Bildungsangebote werden ständig auf den neuesten Stand gebracht. So können die Schüler lernen, was morgen wichtig ist“, sagt der Geschäftsführer. „Die Wirtschaft braucht gut ausgebildete Leute. Auch Sie können einmal zu den Führungskräften gehören, die Verantwortung übernehmen.“

Die Wirtschaftsakademie umfasst ein weites Spektrum verschiedener Lehrgänge, die alles, was mit Berufen zu tun hat, in den Mittelpunkt stellen. Bis auf „Teppiche knüpfen und segeln“ könne man hier alles lernen, scherzt Reeker.

Besonders hellhörig werden wir dann, als der Geschäftsführer auf die eigene Berufsakademie zu sprechen kommt. Sie ist die Verzahnung von Theorie und Praxis, auch bekannt als duales Studium. Das theoretische Wissen liefert hier das Studium an der Berufsakademie, den praktischen Anteil vermittelt das zugehörige Unternehmen. Zu diesem interessanten Thema sprechen wir im Anschluss mit der Studentin Katharina Höhn (siehe unten). Die Finanzierung des dualen Studiums erfolgt in der Regel durch den begleitenden Betrieb.

Unser Fazit aus den neugewonnenen Informationen: Die Aussicht auf ein duales Studium motiviert so manch unentschlossenen Schüler, der nach 13 Jahren Schulbankdrücken einen Tapetenwechsel herbeisehnt, jedoch nicht auf eine hochqualifizierte Ausbildung verzichten möchte. Daher ist die Berufsakademie eine grandiose Idee, „die sogar die Bayern übernehmen wollen“, so Reeker. Denn auch im Süden wolle man „unser“ Konzept nun umsetzen – und wer hätte gedacht, dass die Bayern einmal zu uns aufschauen?

Aber man lernt bekanntlich ja nie aus.

Von der Klasse 11d des Ostsee-Gymnasiums Timmendorfer Strand

(aus: Lübecker Nachrichten, 23.03.2011)

Interview mit Studentin Katharina Höhn

Die BWL-Studentin im sechsten Semester berichtet von ihren Erfahrungen

Klasse: Warum besuchst du die Wirtschaftsakademie?

Katharina Höhn: Ich mache ein duales Studium der Betriebswirtschaftslehre (BWL) und absolviere den theoretischen Teil des Studiums an der Berufsakademie der Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein. Den praktischen Teil der Ausbildung erfahre ich in meinem Kooperationsunternehmen.

Klasse: Wie läuft das duale Studium ab?

Höhn: Der Studierende schließt einen Kooperationsvertrag mit seinem Ausbildungsunternehmen und dieser wiederum mit der Wirtschaftsakademie ab. Die Studienzeit beträgt drei Jahre. Für das theoretische Studium sind sechs Semester á 10 Wochen vorgesehen. In der verbleibenden Zeit findet eine normale Ausbildung, in meinem Fall zur Industriekauffrau, im Ausbildungsunternehmen statt.

Klasse: Wie praxisbezogen ist dieses Studium?

Höhn: Das Studium ist sehr praxisbezogen. In dem Studium vermittelte Lerninhalte können zeitnah im betrieblichen Alltag angewendet werden.

Klasse: Und wie sieht der Alltag für dich an der Wirtschaftsakademie in Lübeck aus?

Höhn: Vorlesungsbeginn ist in der Regel um 8.15 Uhr. Eine Vorlesungseinheit dauert 90 Minuten. Die Pausen belaufen sich auf 15 Minuten, die Mittagspause auf eine halbe Stunde.

Klasse: Wie bewertest du das Studium an der Wirtschaftsakademie?

Höhn: Als Studentin lege ich großen Wert auf kompetente Dozenten. Besonders gut gefällt mir daher, dass für die Studiengänge Lehrkräfte eingesetzt werden, die langjährige Praxiserfahrungen nachweisen können. Viele der freiberuflich tätigen Dozenten sind in der freien Wirtschaft aktiv. Ein weiterer positiver Aspekt ist, dass die Unterrichtseinheiten nicht nur aus reiner Vorlesung sondern auch aus praxisorientierten Übungen bestehen.

(aus: Lübecker Nachrichten, 23.03.2011)