Kurzbeschreibung: Entwicklung von Lernmodulen für die Ausbildung zum Industriemeister Metall
Projektziel: Im Bereich der Qualifizierung zum geprüften Industriemeister der Fachrichtung Metall hat aufgrund des veränderten Berufsbildes eine Neuordnung stattgefunden. In dem sogenannten handlungsspezifischen Teil des Lehrgangs und in der Prüfung werden nun Aufgaben eingesetzt, die fächerübergreifend konzipiert sind. Man nennt sie situationsbezogene Lernaufgaben, da sie aus realen Situationen bzw. Aufgaben abgeleitet werden, wie sie in der betrieblichen Praxis von Industriemeistern vorzufinden sind. Das neue Qualifizierungs- und Prüfungskonzept ist aktuell richtungsweisend für die Neuordnungen weiterer Berufsbilder.
Die Qualifizierung zum Industriemeister der Fachrichtung Metall ist die wichtigste und am häufigsten gewählte Aufstiegsfortbildung von Facharbeitern im Berufsfeld Metall, zu dem u. a. der Maschinen- und Stahlbau, die Kraftfahrzeugberufe, Mechaniker, Schlosser und Dreher gehören. Über 8000 Personen entscheiden sich jährlich für diese Qualifizierung.
Mit dem hier beschriebenen Vorhaben wurde das Ziel verfolgt, modulare Lehr- und Lernsoftware für den handlungsorientierten Industriemeisterlehrgang des Fachbereichs Metall zu entwickeln, durch die eine bundesweite und flexible Verwendung und Weiterentwicklung bereits vorhandener und sowohl in Präsenz- als auch Fernlehrgängen exemplarisch erprobter Medienbausteine ermöglicht werden sollte.
Die im Rahmen des Projekts als WBT-Module zu entwickelnden situations¬bezogenen Lernaufgaben sollten sowohl in Fernlehrgängen als auch Präsenzlehrgängen oder kombinierten Blended-Learning-Angeboten integriert werden. Die Teilnehmer sollten dabei in Kleingruppen oder allein lernen und tutoriell betreut werden. Die Ergebnisse sollen in moderierten Chats und Foren diskutiert werden. Eigene eingebrachte Praxisbeispiele der Lernenden initiieren einen Erfahrungsaustausch. Es sollte somit eine Lernumgebung geschaffen werden, die die Bildung einer Community of Practice/Praxisgemeinschaft unterstützt.
Durch solch ein netzbasiertes Lehr- und Lernangebot kann die effektive Aufnahme und Verarbeitung von Wissen und der Transfer von Gelerntem in die beruflichen Anwendungsfelder in optimaler Weise unterstützt werden.
Hauptantragsteller im Projekt „Meisternetz“ war die Studiengemeinschaft Darmstadt (SGD), der größte Anbieter von Fernlehrgängen für angehende Industriemeister Metall. Gemeinsam mit drei weiteren Präsenzlehrgangsanbietern sollte die SGD netzbasierte Lehr-/Lernsoftware entwickeln. Die drei beteiligten Lehrgangsanbieter/Entwickler, das IHK-Bildungshaus Grunbach (BHG), das IHK Bildungszentrum gGmbH Dresden (IHKBZD) und die Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein sind mit der Entwicklung und dem Einsatz von netzbasierten Lernformen erfahren. Das Institut für Arbeitswissenschaft und Technologiemanagement der Universität Stuttgart brachte als 5. Partner seine Vorerfahrungen hinsichtlich des neuen Meisterlehrgangs, der internetspezifischen Aufbereitung von Lernmaterialien und der Evaluation von Lernsoftware ein. Weitere mittelbar Beteiligte waren das Fraunhofer Institut für Informations- und Datenverarbeitung sowie mehrere Bildungsdienstleister, die Anteil an der Qualitäts- und Transfersicherung hatten, da sie die Ergebnisse, ebenso wie die Entwicklungspartner, in ihren Regelbetrieb integriert haben.
Laufzeit: 01.05.2002 - 30.04.2004
Förderprogramm: DLR – Projektträger Neue Medien in der Bildung
Projektpartner:
- Bildungshaus Grunbach, Stuttgart
- Studiengemeinschaft Darmstadt
- IHK Bildungszentrum Dresden gGmbH
- Institut Arbeitswissenschaft und Technologiemanagement der Universität Stuttgart