Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein

Studierende unterstützen medizinische Forschung
12.06.12

Angehende Wirtschaftsingenieure der Berufsakademie in Kiel haben in einer einmaligen Zusammenarbeit mit dem UKSH einen neuartigen Halter entwickelt, um Labormäuse in Kernspintomographen besser untersuchen zu können.

„Entwicklung eines MRT-fähigen Nagetier-Halters“ – so lautete für 21 Studierende des Wirtschaftsingenieurwesens an der Berufsakademie der Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein in Kiel die zu lösende Aufgabenstellung in einer integrativen Projektarbeit. Dem vorausgegangen war eine Anfrage durch Prof. Dr. Susann Boretius von der Klinik für Diagnostische Radiologie des Universitätsklinikum Schleswig-Holstein. Unter anderem werden dort mit Hilfe eines speziellen Kernspintomographen für Tiere Struktur und Funktion lebender Organismen erforscht. So können beispielsweise durch die Untersuchungen an Mäusen wichtige Erkenntnisse über die Funktionsweise von Organen und über die Entstehung von Erkrankungen gewonnen werden. Für diese Untersuchungen wird eine Maus auf einem Halter innerhalb des Tomographen platziert. Doch die üblichen Halter waren bislang weder bequem für die Maus noch für die anvisierten Forschungsfragen geeignet, da für Bilder und Stoffwechseluntersuchungen in mikroskopisch genauer Darstellung die untersuchten Tiere möglichst ruhig liegen müssen.

„Aufgabe der Studierenden war es daher, eine innovative und zugleich praxistaugliche Lösung für diese Problemstellung zu finden“, berichtet Prof. Dr. Jürgen Rudolph, Fachbereichleiter Wirtschaftsingenieurswesen an der Wirtschaftsakademie. „Innerhalb von zehn Semesterwochen mussten alle wichtigen Fragen – von der Werkstoffauswahl bis zur Konstruktion – durch das studentische Team beantwortet werden. Darüber hinaus ging es nicht um eine Lösung auf dem Papier – der Halter sollte auch von den Studierenden gefertigt werden“, so Rudolph weiter.

Die angehenden Wirtschaftsingenieurinnen und Wirtschaftsingenieure entwickelten eine Konstruktion aus speziellen kevlar- und glasfaserverstärkten Kunststoffen, die nun die Eigenschwingung des Halters verhindert. Durch eine austauschbare temperierte Einlage im Halter sind individuelle und modulare Weiterentwicklungen zudem problemlos möglich. In einer interdisziplinären Zusammenarbeit konnte darüber hinaus eine schwingungsresistente Einlage mit Haltevorrichtung fertig gestellt werden, auf der die Maus bequem und ohne Beeinträchtigungen liegen kann. Unterstützt wurde die Fertigung des Nagetier-Halters unter anderem durch die Kieler Caterpillar Motoren GmbH & Co. KG und die ACT GmbH in Birkenmoor.

Inzwischen wurde der neue Halter samt Mausebett im Tomographen am Molecular Imaging Competence Center Nord (MOIN CC) des UKSH integriert. Mit großem Erfolg, wie Susann Boretius berichten kann. „Die Studierenden haben eine großartige Lösung gefunden, die sich zudem einfach handhaben lässt“, so die Professorin des UKSH.

Von der Idee über die Planung bis zu Fertigung – Konstruktion des Nagetier-Halters