Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein

Präsidentenprogramm: Von der Wolga an die Förde

In ihrer russischen Heimatstadt Uljanovsk leitet die 35jährige Natalja Landyscheva als Geschäftsführerin erfolgreich einen medizinischen Großhandel. In den vergangenen drei Monaten stand jedoch nicht der Verkauf von Medizinprodukten auf ihrem Tagesplan, sondern Marketing, Controlling oder Qualitätsmanagement – denn sie gehörte als bundesweit 3.000 Teilnehmerin zu einer Gruppe von jungen Führungskräften, die im so genannten Präsidentenprogramm bei der Wirtschaftsakademie in Kiel trainiert wurden.

Die Unterstützung von deutsch-russischen Wirtschaftskontakten sowie die Qualifizierung von russischen und ukrainischen Managern sind Ziele des Präsidentenprogramms, das seit 1998 vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert wird. Seit Beginn des Programms, das gerade bis zum Jahr 2013 verlängert wurde, ist die Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein einer von insgesamt sechs bundesweiten Bildungsträgern zur Umsetzung der Trainings. In der Landeshauptstadt hat die Wirtschaftsakademie bereits 25 Teilnehmergruppen deutsches Management-Know-how vermittelt.

Der Kontakt in Unternehmen hinein oder die praktische Arbeit mit deutschen Partnern sind neben den Schulungseinheiten zu Themen wie beispielsweise Unternehmensführung oder Geschäftsanbahnung bestimmende Bestandteile des Programms. Kein Wunder, dass ein zweimonatiges Praktikum Natalja Landyscheva in ein Unternehmen der Gesundheitswirtschaft führte. Für Wirtschaftsakademie-Geschäftsführer Dr. Detlef Reeker sind es insbesondere diese direkten Kontakte, die den Reiz des Programms für die teilnehmenden Länder ausmachen. „Der Einblick in die Geschäftsabläufe deutscher Unternehmen aber auch der Austausch über Vorgehensweisen russischer Betriebe bringt beiden Seiten nur Vorteile – zum Beispiel für den Aufbau einer gemeinsamen länderübergreifenden Zusammenarbeit“, so Reeker.

Bei ihrer Abschlusspräsentation freute sich Natalja Landyscheva sichtlich, dass sie vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie als 3.000 Teilnehmerin des Präsidentenprogramms bestimmt worden war. Doch nicht nur diese Ehrung wird sie in guter Erinnerung behalten – auch ihre neu gewonnenen Kontakte. Denn die russische Managerin plant, mit deutschen Partnern in ihrer Heimatstadt an der Wolga zusammenzuarbeiten und das Filialnetz ihres medizinischen Handelsunternehmens auszubauen.

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