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Die Lichtgestalten lieben, leben und leiden im Herzen Kiels![]() Die Sportschau läuft, die Pizza ist im Ofen und Getränke sind kaltgestellt. Auf den ersten Blick leben Tom und Christoph in einer klassischen Studenten-WG in der Holtenauer Straße. Die beiden besten Freunde kennen sich schon seit Sandkastenzeiten in- und auswendig. Doch seit einem Jahr ist alles anders. Tom verlässt die WG nicht mehr, hat sich vom Leben abgeschottet und nähert sich dem weiblichen Geschlecht nur noch auf analytischer Ebene. Christoph hingegen stürzt sich jedes Wochenende ins Nachtleben und bringt stets wechselnde weibliche Begleitung mit in die zweieinhalb Zimmer Wohnung im Herzen Kiels. Die einzige feste Frau im Leben von Tom und Christoph ist deren beste Freundin Alex, die sie durch die Lebens-Turbulenzen begleitet. Trotz abstruser Diagnosen über das zwischenmenschliche Kennen- und Liebenlernen schlagen sich die beiden wacker durchs Leben - bis zu dem einen Sonntagmorgen, als ihre Weltbilder ins Wanken geraten und nichts mehr so scheint, wie es einmal war ... Am 27. September stand die Premiere des selbstverfassten Stücks „Fehldiagnose! Oder warum Liebe wie Blinddarm ist“ an. Da „Die Lichtgestalten“ mit ihren vorherigen Aufführungen das Kulturforum bis auf den letzten Platz gefüllt hatten, gab es am 3. Oktober gleich einen zweiten Termin für die zahlreichen Fans. Das theaterbegeisterte Ensemble aus Studierenden, Fachschülern und Absolventen der Wirtschaftsakademie widmete sich in diesem Jahr wie bereits in „18 Zimmer, Küche, Flur“ dem Studentenleben. Das Stück über Leben, Lieben und Leiden in einer Kieler Wohngemeinschaft entpuppte sich im Laufe des Abends jedoch als Tragikkomödie. Eine bunte Mischung von Charakteren zeichnete dabei das Bild einer jungen Generation, die versucht, nicht nur ihr Leben zu genießen, sondern auch die große Liebe zu finden. ![]() Auf der Suche nach ihr begeistern die „Lichtgestalten“ das Publikum mit viel Lokalkolorit: So fragt Tom seinen Mitbewohner Christoph, ob er in einem bestimmten Kieler Club versackt wäre. Da dieser den letzten Abend nicht mehr genau rekonstruieren kann, reibt er seine Turnschuhe aneinander, stellt fest dass sie nicht kleben und er somit definitiv nicht dort gewesen sein kann. Aber nicht nur die Anspielungen auf Orte, Lokale und Clubs der Landeshauptstadt kommen an, so hat auch fast jede Figur ihre eigene amüsante Theorie zur Liebe. Ist sie nun wie Fußball, Schuhekaufen oder doch eher wie Blinddarm – nicht lebensnotwendig und schmerzhaft wenn es nicht klappt? Für spontanen Szenenapplaus sorgt eine Gesangseinlage, als Christoph und Alex den feierresistenten Tom mit einem Medley aus Pop- und Schlagersongs vom Leben außerhalb der eigenen vier Wände überzeugen wollen. Angekommen im Theater 2.0 sind die Lichtgestalten, wenn Christophs Flirt-Taktik anhand seiner zielgerichteten Bewegungen digital nachverfolgt werden kann und im Hintergrund auf zu Erinnerungsfetzen oder Schlagwörter reduzierte Orts- und Zeitangaben oder Partyfotos an Social Networks erinnern. Mit einer unerwarteten Wendung am Ende des Stückes setzte sich Autor Tobias Greisen das ehrgeizige Ziel, der vom Lokalbezug und den teilweise grandiosen Dialogen lebenden Komödie mehr Tragik und Tiefgang zu verleihen. Die Zuschauer ahnen bereits, dass Unheil droht und so muss Toms große Liebe Kathy gleich nach der Versöhnung verkünden, dass sie an einer mysteriösen Krankheit leidet. Eine kurze Zeit des Glücks bleibt den beiden, dann verstirbt sie und hinterlässt dem Geplagten nur die Erinnerungen an die gemeinsame Zeit. Eine Schlussszene, die wohl so manchen Zuschauer zum Nachdenken brachte. Auf diese gelungene Aufführung eines zweiten selbstverfassten Stücks folgen hoffentlich noch zahlreiche weitere Projekt der „Lichtgestalten“. |




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