Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein

Wirtschaftsingenieure: Erfolgreich in Theorie und Praxis

Praxisnähe wird in den dualen Studiengängen an der Berufsakademie der Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein groß geschrieben. Das Konzept setzt auf die enge Verzahnung von Theorie und Praxis - ein  Studium an der Wirtschaftsakademie in Kiel, Lübeck oder Flensburg wird mit einer betrieblichen Ausbildung in einem Unternehmen verbunden. Durch diese Kombination erlernen die angehenden Wirtschaftsingenieure, Betriebswirte und Wirtschaftsinformatiker zielgenau das, was in den Betrieben erwartet und verlangt wird, beschreibt Prof. Dr. Horst Kasselmann, Direktor der Berufsakademie, den Bildungsweg. „Eine Erfolgsgeschichte“, führt Wirtschaftsakademie-Geschäftsführer Dr. Detlef Reeker weiter. „Über 6.000 Absolventen haben in den vergangenen 30 Jahren ihren beruflichen Werdegang bei uns an der Berufsakademie begonnen“, so Reeker.

Eine Karriere, die sich sehen lassen kann

Schon als kleiner Junge hatte der heute 46-jährige Willibald Gabler einen Traum: Er wollte Pilot werden. Als gelernter Einzelhandelskaufmann begann der gebürtige Bayer 1985 seine fliegerische Ausbildung bei der Bundeswehr im amerikanischen Texas. „Das war eine tolle Zeit für mich und meine Familie“, erinnert sich Gabler. Zwei Jahre später führte ihn seine Laufbahn als Berufssoldat wieder zurück nach Deutschland – besser gesagt ins schleswig-holsteinische Leck.

Nach fast 20 Jahren bei der Luftwaffe war es dann für Gabler an der Zeit, einen neuen Weg einzuschlagen. „Mit 41 Jahren ist für Piloten bei der Bundeswehr Schluss“, erklärt er. „Da ich mich aber nicht zur Ruhe setzen wollte, habe ich nach neuen Möglichkeiten für mich gesucht. Und auch eine gefunden!“ Für den ehemaligen Soldaten sollte es nach Ende seiner Dienstzeit nicht mehr weiter in die Luft, sondern in Zukunft in die Wirtschaft gehen.

2003 startete der damals 41-Jährige daher neu durch und begann das duale Studium zum Wirtschaftsingenieur an der Berufsakademie der Wirtschaftsakademie in Kiel. Die Verbindung von theoretischem, wissenschaftlichem Lernen an der Berufsakademie und dem praktischem Arbeiten im Ausbildungsbetrieb waren für Gabler ideale Voraussetzungen für den Wiedereinstieg in die freie Wirtschaft. „Natürlich war ich der älteste Student im ganzen Semester“, lacht der ehemalige Pilot, als er sich an seinen Studienbeginn erinnert. „Neben der Herausforderung, das Lernen wieder zu lernen, war für mich daher auch der Kontakt zu den jungen Kommilitonen äußerst spannend. Es sind Freundschaften entstanden, die noch heute Bestand haben.“

Willibald Gabler denkt gerne an die drei Jahre an der Wirtschaftsakademie zurück. „Ich habe nicht nur tolle Menschen getroffen, sondern auch jede Menge gelernt.“ Auf dem Stundenplan für den heute 46-Jährigen und seine Mitstreiter standen damals neben Mathematik und Elektrotechnik unter anderem auch Wirtschaftsenglisch und Projektmanagement. „Und wenn es in einem Fach mal nicht auf Anhieb klappte, haben wir uns den Stoff einfach gemeinsam in Lerngruppen erarbeitet“, erinnert sich Gabler.

Und das überaus erfolgreich: Der ehemalige Pilot hat sein Studium 2006 mit der Traumnote Eins abgeschlossen – als Zweitbester seines Jahrganges. „Da habe ich mich schon sehr gefreut“, erzählt er und fügt hinzu, „und dass ich dann auch noch die Abschlussrede halten durfte, war natürlich eine besondere Ehre für mich.“

Heute steht Willibald Gabler erfolgreich im Job. „Als Produktionsleiter bei Danfoss Silicon Power in Schleswig führe ich über 100 Mitarbeiter und bin neben der Fertigung der Produkte auch für die Technik und Infrastruktur zuständig – eine tolle Aufgabe, die mir sehr viel Spaß macht. Und er ergänzt abschließend: „Ich bin schon ein wenig stolz, in meinem Alter noch so erfolgreich studiert zu haben und jetzt in so einer interessanten Position zu arbeiten. Dank der Wirtschaftsakademie ist mir der Neustart im zivilen Leben also mehr als geglückt.“

Mit Energie in die berufliche Zukunft

2006 reichte eine frisch gebackene Wirtschaftsingenieurin der Berufsakademie eine ganz besondere Diplomarbeit ein. Ihr Thema: „Handlungsempfehlung für ein Repowering Projekt einer Windenergieanlage der E.ON Hanse AG.“

Mit nur 23 Jahren hat Hannah Ziethen das erreicht, wovon viele Studierende träumen. Mit einer 1,0 als Diplomnote wurde sie sowohl von ihrem Ausbildungsunternehmen als auch von der Berufsakademie besonders geehrt. Mehr als ein guter Grund um bei Hannah Ziethen einmal nachzufragen.

Wie sind Sie zu Ihrem Studiengebiet gekommen?
In der Zeitung habe ich vor etwa vier Jahren eine Anzeige der damaligen Schleswag (heute E.ON Hanse AG) gelesen, wo für das duale Studium zum Diplom-Wirtschaftsingenieur geworben wurde. Das Berufsbild hat mich interessiert - so habe ich mich auf diesen Studienplatz beworben und wurde genommen.

Wie war das Studium? Was hat Ihnen besonders gefallen?
Das Studium war sehr schön. Besonders haben mir die kurze Studiendauer von nur 3 Jahren gefallen, die damit verbundene komprimierte Wissensvermittlung, die vielen Projekte, die wir bearbeitet haben, sowie der kleine und feste Semesterverband.

Wie sind Sie auf das Thema Ihrer Diplomarbeit gekommen?
Im Fach Energiestationen haben wir unter anderem Windkraftanlagen behandelt. Ich fand dieses Thema so spannend, dass ich mich in der Firma umgehört habe, wer dort dafür zuständig ist und was aktuell behandelt wird. Ich hatte Glück - als ich dort nach einem Thema für meine Diplomarbeit fragte, war gerade das Projekt „Repowering“ in Planung. Hierbei sollen vier kleine Windkraftanlagen gegen eine große 2-Megawatt-Anlage ausgetauscht werden. So habe ich das Thema für meine Diplomarbeit erhalten.

Wurde das Projekt anschließend auch umgesetzt?
Ja. Ich selbst habe das Projekt in der Entwicklungs- und Planungsphase begleitet. Anschließend erfolgte die Auswahl des wirtschaftlichsten Anlagentyps auf Grundlage meiner Empfehlung. Mittlerweile befindet sich das Projekt in der Genehmigungsphase. 2008 wird es voraussichtlich seinen Abschluss finden.

Was machen Sie derzeit in Ihrem Betrieb?
Seit Anfang November bin ich Referentin für Vertragsmanagement bei der E.ON Hanse AG in Hamburg-Schnelsen.

Wie sehen Ihre Pläne für die Zukunft aus?
Zuerst möchte ich mich in meine neue Tätigkeit sicher einarbeiten. Dann könnte ich mir gut vorstellen, Karriere innerhalb des Unternehmens zu machen und mich weiter hoch zu arbeiten. Mein Ziel ist es, einmal eine Leitungsposition bei der E.ON Hanse Netz GmbH zu bekleiden.

Weitere Informationen

Weitere Informationen zum Studium Wirtschaftsingenieurwesen an der Berufsakademie, das zum Wintersemester 2006 auf den Bachelor-Abschluss umgestellt wurde, erhalten Sie bei Prof. Dr. Jürgen Rudolph unter Tel. (04 31) 30 16 - 173 oder hier im Internet mit einem Klick auf das Infosymbol.