Ausbildung der Ausbilder (IHK)

Meisterhaft: Ausbildereignung und mehr

„Mein Vater war Bauschlosser. Daher habe ich schon als kleiner Junge oft mit ihm an der Werkbank gestanden. Später habe ich dann bei den Stadtwerken Kiel ebenfalls Maschinenbauschlosser gelernt“, erinnert sich der Ralf Skrzypek. Scherzend fügt er hinzu: „Ich glaube, ich habe einfach das Techniker-Gen von meinem Vater geerbt.“

Heute arbeitet der waschechte Kieler noch immer in seinem Lehrbetrieb und ist seit einigen Jahren in der Gas- und Regeltechnik tätig. Ab August 2008 besuchte er zudem die Meisterschule für angehende Industriemeister Metall (IHK) bei der Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein in Kiel. Im Rahmen des Meisterlehrgangs hat er seine Ausbildereignungsprüfung dank des Trainings bei der Wirtschaftsakademie abgelegt. „Die Ausbildereignung ist für uns Meister ein wichtiger Teil der Weiterbildung. Schließlich haben wir viel mit Auszubildenden zu tun und müssen gut für diese wichtige Aufgabe vorbereitet sein“, erklärt Ralf Skrzypek.

80 Stunden lang standen für den Kieler und seine Mitstreiter Lerneinheiten rund ums Ausbilden und Führen von Auszubildenden auf dem Programm. „Wir haben sehr viel mitgenommen“, erinnert sich Skrzypek. „Beispielsweise weiß ich jetzt viel mehr über die Entwicklung von Jugendlichen und kenne nun verschiedene Methoden der Wissensvermittlung.“

Am Abschluss des sechswöchigen Trainings standen für die angehenden Ausbilder eine schriftliche Prüfung sowie eine Präsentation oder eine praktische Prüfung. „Ich habe mich für die praktische Prüfung entschieden und in einem gestellten Gespräch einem Auszubildenden erklärt, wie sich ein Gasregler zusammenbauen lässt“, erzählt der Kieler.

Skrzypek hat seinen Ausbilderschein nicht nur mit einer guten Zwei vor der Industrie- und Handelskammer bestanden – er hat auch jede Menge pädagogisches Know-how für seine kommenden Aufgaben als Meister mitgenommen. Er erzählt: „Ich bin zwar vor dem Training auch schon prima mit unseren Azubis klargekommen, habe jetzt aber ein viel sichereres theoretisches Fundament und kann mich besser in die Jugendlichen hineinversetzen.“  „Und das“, fügt er augenzwinkernd hinzu, „kommt mir jetzt auch sehr bei der Erziehung meines 17-jährigen Sohnes zu Gute.“

Ausbildung der Ausbilder – Starke Partner für Azubis

„Ich bin gelernte Bürokauffrau“, erzählt die Lydia Gaßner, „Und seit einigen Jahren arbeite ich nun schon bei einem der größten Bildungsträger im Norden.“

Neben klassischen Büro- und Sekretariatstätigkeiten wie beispielsweise Seminarplanung und Terminvorbereitung ist die gebürtige Kielerin auch für die Einarbeitung von angehenden Bürokaufleuten zuständig. „Das Arbeiten mit den jungen Leuten macht mir sehr viel Spaß“, berichtet Gaßner und fügt hinzu, „Es ist mir dabei sehr wichtig ist, ein starker Partner für die Auszubildenden zu sein und sie optimal auf ihren späteren Beruf vorzubereiten. Daher habe ich mich dafür entschieden, das Training Ausbildung der Ausbilder (IHK) bei der Wirtschaftsakademie Schleswig Holstein zu besuchen, um noch besser auf die Azubis eingehen zu können.“

Berufsbegleitend, zwei Abende in der Woche, besuchte Lydia Gaßner drei Monate lang die Weiterbildung, die auf der AEVO - Ausbildereignungsverordnung - basiert, an der Wirtschaftsakademie in Kiel. „Die 25 Seminarteilnehmer kamen aus ganz unterschiedlichen Branchen. Ich hatte zum Beispiel Mitstreiter aus großen Kommunikationskonzernen und verschiedenen Handwerken.“

Für die Ausbilder standen in den drei Monaten bei der Wirtschaftsakademie viele unterschiedliche Trainingsinhalte auf dem Programm. „Wir haben viel über arbeitsrechtliche Grundlagen, Arbeitsplatzverwaltung sowie verschiedene Lehrmethoden gelernt“, erinnert sich die Bürokauffrau, „Zum Beispiel wissen wir jetzt, wie lange Auszubildende überhaupt täglich arbeiten dürfen, wie man ihnen bei der Bewältigung von Problemen am Arbeitsplatz hilft und wie man ihnen schwierige Sachverhalte am besten erklärt.“

Weiter erzählt sie: „Besonders gut hat mir an der Wirtschaftsakademie gefallen, dass es nur wenig Frontalunterricht gab. Vielmehr haben wir uns vieles selbstständig in kleinen Gruppen erarbeitet und das dann den anderen Seminarteilnehmern präsentiert.“

Am Ende des Lehrgangs stand für die 25 Ausbilder ein dreistündiger Test. „Wir haben alle bestanden“, freut sich Lydia Gaßner und fügt abschließend hinzu, „Die Teilnahme an dem Seminar hat mir auf jeden Fall viel gebracht. Ich fühle mich jetzt noch besser darauf vorbereitet, mit den Jugendlichen zusammenzuarbeiten.“

(UPDATE Januar 2009)

Fast zwei Jahre nach der Ausbildereignungsprüfung ist Lydia Gassner nicht nur engagierte und kompetente Ansprechpartnerin für die Auszubildenden in ihrem Betrieb – sie ist ihnen auch ein gutes Vorbild in Sachen lebenslanges Lernen.

„Mir war es schon immer wichtig, mich noch weiter zu qualifizieren. Daher habe ich selber noch einmal zwei Jahre lang berufsbegleitend die Schulbank gedrückt und auch noch meinen Wirtschaftsfachwirt (IHK) bei der Wirtschaftsakademie gemacht.“ Sie erzählt weiter: „Durch die Weiterbildung habe ich mir jetzt unter anderem jede Menge Know-how in den Bereichen Betriebswirtschaftslehre, Volkswirtschaftslehre und auch Unternehmensführung angeeignet.“ Wissen, dass nicht nur Lydia Gassner, sondern auch ihren Auszubildenden in ihrer täglichen Arbeit immer wieder zu Gute kommt.

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