Ausbildung der Ausbilder (IHK)

Die Chance auf einen Neuanfang

Mit dem Ausbilderschein beginnt der Neustart: Ronald Jank - ursprünglicher Tiefbauer, Schlosser und Techniker - startet als Ausbilder neu durch.

Jahrelang arbeitete Ronald Jank in einer Firma, die Verkleidungen für Stahlhallen fertigt. 2000 wurde es dann Zeit für einen beruflichen Wechsel. Da ihn „schon immer das Wasser gelockt hat“, zog er von Bremen nach Schleswig-Holstein. Sechs Jahre später fand der gelernte Tiefbauer und Schlosser seinen perfekten Ankerplatz bei der Firma Adolf Cornels GmbH in Brunsbüttel. Bei diesem Unternehmen fühlt sich Ronald Jank sehr wohl und ist „glücklich in dieser tollen Arbeitsumgebung arbeiten zu können“.

Doch leider spielte die Gesundheit nicht mit und Ronald Jank wurde auf Grund von Rückenbeschwerden berufsunfähig, sodass er ein Jahr im Betrieb ausfiel. Sein Wunsch war es immer, in der Firma zu bleiben. So blieb auch während der Krankschreibung der Kontakt zwischen ihm und seinem Arbeitgeber bestehen. Gemeinsam kamen sie auf die Idee, wie er weiterhin im Unternehmen tätig sein kann. Eine neue Stelle als übergeordneter Ausbilder wurde geschaffen. Bis dato gab es zwar schon Ausbilder im Unternehmen, die jedoch überwiegend für die fachliche Ausbildung zuständig sind. Es fehlte bislang an einem Ansprechpartner für die Auszubildenden, der immer Zeit für sie hat. Dieser Ansprechpartner sollte Ronald Jank werden. „Es hat mir schon immer Spaß gemacht, mit Auszubildenden zu arbeiten“, sagt der 51-Jährige, „und das hat auch das Unternehmen gespürt.“

Eine der Voraussetzungen, die das Unternehmen an ihn stellte, war, dass er über die Ausbildereignung gemäß Ausbilder-Eignungsverordnung (AEVO) verfügen muss. Der passende Anbieter war mit der Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein schnell gefunden, da Freunde und Bekannte des 51-Jährigen das Seminar „Ausbildung der Ausbilder (IHK)“ zur Vorbereitung auf die Ausbildereignungsprüfung vor der Industrie- und Handelskammer bereits belegt hatten und sehr zufrieden waren. Somit entschied er sich für das zweiwöchige Training bei der Akademie am Standort Itzehoe.

Mit der Organisation des Lehrgangs war Ronald Jank sehr zufrieden. Die 15 Teilnehmenden aus dem Vorbereitungskurs kamen aus verschiedenen Berufen, sodass beispielsweise Kaufleute auf Teilnehmende aus dem KFZ-Bereich trafen. Auch die Alterspanne der Teilnehmenden war groß. „Die jüngste Teilnehmerin war 23 und der älteste war 60 Jahre alt“, berichtet er erfreut. Der Umgang innerhalb der Gruppe und mit den Dozenten gibt er als „ungezwungen und frei“ wieder. „Wir haben uns gut aufgehoben gefühlt“, erinnert sich der gelernte Tiefbauer. Die Prüfung schließlich meisterte er mit einem „Gut“. Einzig die Fragen in Richtung Gewerkschaft und Gesetzestexte ließen ihn bis zur Ergebnisbekanntgabe zittern – aber wie die Note zeigt, gab es auch hier kein Grund zur Sorge.

Der 51-Jährige ist inzwischen seit zwei Monaten Ausbilder in seinem Betrieb bei der Adolf Cornels GmbH und glücklich mit der neuen Stelle. Er trägt nun Verantwortung für neun Auszubildende – vom Feinwerkmechaniker bis zum Metallbauer. In den ersten Wochen hat er bereits viel geändert. Zum Beispiel hat der Ausbilder die Auszubildenden zu einem „Berichtshefttag“ eingeladen. Fehlenden Ausbildungsberichte sollten die Auszubildenden an diesem Tag schreiben und mit ihm gemeinsam kontrollieren. Damit sich die Ausbildungsnachweise nicht aufstauen, bietet er den Auszubildenden an, täglich 15 Minuten vor Feierabend die Berichte bei ihm im Büro zu schreiben. „Sie haben so eine geregelte Möglichkeit, die Nachweise während der Arbeitszeit zu schreiben“, erzählt er stolz.

Seine Kollegen sind schon nach der kurzen Zeit mit seinem Engagement für die jungen Mitarbeiter zufrieden und spüren eine merkbare Verbesserung der Auszubildenden u. a. in Bezug auf Pünktlichkeit und Selbstbewusstsein. Für die Zukunft ist es Ronald Jank wichtig, den Auszubildenden mehr Sicherheit im Leben zu geben und Werte wie beispielsweise Loyalität nahe zu bringen.

Mehr zum Thema

Weiterführende Informationen zum Thema Ausbildereignung und zur Vorbereitung auf die Ausbildereignungsprüfung nach AEVO vor der Industrie- und Handelskammer (IHK) sowie Weiterbildungen, die auf der Ausbildereignung aufbauen, haben wir unter Ausbildereignung auf dieser Website zusammengestellt. Zur Schnellsuche haben wir hier unten stehend die Vorbereitungslehrgänge in Vollzeit, berufsbegleutend und als Webinar aufgelistet:

Informationen zur Ausbildung der Ausbilder (IHK) in Vollzeit
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Informationen zur berufsbegleitenden Ausbildung der Ausbilder (IHK)
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Informationen zum Webinar
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Weitere Erfahrungberichte zur Weiterbildung Ausbildung der Ausbilder (IHK):

Meisterhaft: Ausbildereignung und mehr

„Mein Vater war Bauschlosser. Daher habe ich schon als kleiner Junge oft mit ihm an der Werkbank gestanden. Später habe ich dann bei den Stadtwerken Kiel ebenfalls Maschinenbauschlosser gelernt“, erinnert sich der Ralf Skrzypek. Scherzend fügt er hinzu: „Ich glaube, ich habe einfach das Techniker-Gen von meinem Vater geerbt.“

Heute arbeitet der waschechte Kieler noch immer in seinem Lehrbetrieb und ist seit einigen Jahren in der Gas- und Regeltechnik tätig. Ab August 2008 besuchte er zudem die Meisterschule für angehende Industriemeister Metall (IHK) bei der Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein in Kiel. Im Rahmen des Meisterlehrgangs hat er seine Ausbildereignungsprüfung dank des Trainings bei der Wirtschaftsakademie abgelegt. „Die Ausbildereignung ist für uns Meister ein wichtiger Teil der Weiterbildung. Schließlich haben wir viel mit Auszubildenden zu tun und müssen gut für diese wichtige Aufgabe vorbereitet sein“, erklärt Ralf Skrzypek.

80 Stunden lang standen für den Kieler und seine Mitstreiter Lerneinheiten rund ums Ausbilden und Führen von Auszubildenden auf dem Programm. „Wir haben sehr viel mitgenommen“, erinnert sich Skrzypek. „Beispielsweise weiß ich jetzt viel mehr über die Entwicklung von Jugendlichen und kenne nun verschiedene Methoden der Wissensvermittlung.“

Am Abschluss des sechswöchigen Trainings standen für die angehenden Ausbilder eine schriftliche Prüfung sowie eine Präsentation oder eine praktische Prüfung. „Ich habe mich für die praktische Prüfung entschieden und in einem gestellten Gespräch einem Auszubildenden erklärt, wie sich ein Gasregler zusammenbauen lässt“, erzählt der Kieler.

Skrzypek hat seinen Ausbilderschein nicht nur mit einer guten Zwei vor der Industrie- und Handelskammer bestanden – er hat auch jede Menge pädagogisches Know-how für seine kommenden Aufgaben als Meister mitgenommen. Er erzählt: „Ich bin zwar vor dem Training auch schon prima mit unseren Azubis klargekommen, habe jetzt aber ein viel sichereres theoretisches Fundament und kann mich besser in die Jugendlichen hineinversetzen.“  „Und das“, fügt er augenzwinkernd hinzu, „kommt mir jetzt auch sehr bei der Erziehung meines 17-jährigen Sohnes zu Gute.“

Ausbildung der Ausbilder – Starke Partner für Azubis

„Ich bin gelernte Bürokauffrau“, erzählt die Lydia Gaßner, „Und seit einigen Jahren arbeite ich nun schon bei einem der größten Bildungsträger im Norden.“

Neben klassischen Büro- und Sekretariatstätigkeiten wie beispielsweise Seminarplanung und Terminvorbereitung ist die gebürtige Kielerin auch für die Einarbeitung von angehenden Bürokaufleuten zuständig. „Das Arbeiten mit den jungen Leuten macht mir sehr viel Spaß“, berichtet Gaßner und fügt hinzu, „Es ist mir dabei sehr wichtig ist, ein starker Partner für die Auszubildenden zu sein und sie optimal auf ihren späteren Beruf vorzubereiten. Daher habe ich mich dafür entschieden, das Training Ausbildung der Ausbilder (IHK) bei der Wirtschaftsakademie Schleswig Holstein zu besuchen, um noch besser auf die Azubis eingehen zu können.“

Berufsbegleitend, zwei Abende in der Woche, besuchte Lydia Gaßner drei Monate lang die Weiterbildung, die auf der AEVO - Ausbildereignungsverordnung - basiert, an der Wirtschaftsakademie in Kiel. „Die 25 Seminarteilnehmer kamen aus ganz unterschiedlichen Branchen. Ich hatte zum Beispiel Mitstreiter aus großen Kommunikationskonzernen und verschiedenen Handwerken.“

Für die Ausbilder standen in den drei Monaten bei der Wirtschaftsakademie viele unterschiedliche Trainingsinhalte auf dem Programm. „Wir haben viel über arbeitsrechtliche Grundlagen, Arbeitsplatzverwaltung sowie verschiedene Lehrmethoden gelernt“, erinnert sich die Bürokauffrau, „Zum Beispiel wissen wir jetzt, wie lange Auszubildende überhaupt täglich arbeiten dürfen, wie man ihnen bei der Bewältigung von Problemen am Arbeitsplatz hilft und wie man ihnen schwierige Sachverhalte am besten erklärt.“

Weiter erzählt sie: „Besonders gut hat mir an der Wirtschaftsakademie gefallen, dass es nur wenig Frontalunterricht gab. Vielmehr haben wir uns vieles selbstständig in kleinen Gruppen erarbeitet und das dann den anderen Seminarteilnehmern präsentiert.“

Am Ende des Lehrgangs stand für die 25 Ausbilder ein dreistündiger Test. „Wir haben alle bestanden“, freut sich Lydia Gaßner und fügt abschließend hinzu, „Die Teilnahme an dem Seminar hat mir auf jeden Fall viel gebracht. Ich fühle mich jetzt noch besser darauf vorbereitet, mit den Jugendlichen zusammenzuarbeiten.“

(UPDATE Januar 2009)

Fast zwei Jahre nach der Ausbildereignungsprüfung ist Lydia Gassner nicht nur engagierte und kompetente Ansprechpartnerin für die Auszubildenden in ihrem Betrieb – sie ist ihnen auch ein gutes Vorbild in Sachen lebenslanges Lernen.

„Mir war es schon immer wichtig, mich noch weiter zu qualifizieren. Daher habe ich selber noch einmal zwei Jahre lang berufsbegleitend die Schulbank gedrückt und auch noch meinen Wirtschaftsfachwirt (IHK) bei der Wirtschaftsakademie gemacht.“ Sie erzählt weiter: „Durch die Weiterbildung habe ich mir jetzt unter anderem jede Menge Know-how in den Bereichen Betriebswirtschaftslehre, Volkswirtschaftslehre und auch Unternehmensführung angeeignet.“ Wissen, dass nicht nur Lydia Gassner, sondern auch ihren Auszubildenden in ihrer täglichen Arbeit immer wieder zu Gute kommt.


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