CSR-Manager/in (IHK)

Webinar oder Weiterbildung vor Ort – Sabine Bendfeldt hat beides ausprobiert

Gleich zwei Weiterbildungen hat Sabine Bendfeldt an der Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein erfolgreich bestanden: Sie ist sowohl geprüfte CSR-Manager (IHK) als auch geprüfte Social Media Manager (IHK). Das besondere daran: die beiden Weiterbildungen unterscheiden sich grundlegend in ihrer Struktur. Den Lehrgang für angehende CSR-Manager (IHK) besuchte Sabine Bendfeldt vor Ort an der Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein in Kiel, wohingegen sie an der Weiterbildung zum geprüften Social Media Manger (IHK) von Zuhause aus teilnahm. „Beides hat seine Reize“, gibt die gebürtige Düsseldorferin zu.

„Es war sehr vorteilhaft, dass ich für den Social Media Manager-Lehrgang nicht noch irgendwo hinfahren musste. Das hat den Stress herausgenommen“, berichtet die zweifache Mutter. „Anfangs musste zwar erst einmal die Software installiert werden, aber als dann alles auf meinem MacBook drauf war und ich wusste wie man ins virtuelle Klassenzimmer gelangte, war es easy.“, erzählt Sabine Bendfeldt freudig.

Ein Webinar läuft so ab, dass sich die einzelnen Teilnehmer sowie der Dozent von einem eigenen Rechner aus in einem virtuellen Klassenzimmer anmelden. Die Teilnehmer können sich gegenseitig nicht sehen, bekommen meist eine Powerpoint-Präsentation oder andere Unterrichtsmaterialien über den Bildschirm angezeigt. Daran erinnert sich Sabine Bendfeldt sehr positiv: „Das Seminar fand ja meistens samstags oder abends nach der Arbeit statt. So musste man sich nicht vorher noch aufbrezeln, sondern konnte ganz bequem am Esstisch sitzen.“, erklärt sie lachend. Fragen können über einen integrierten Chatroom gestellt werden. „Es gab außerdem eine Taste mit Meldefunktion. Wurde man aufgerufen, konnte man auch über das Mikrofon mit dem Dozenten und den anderen Teilnehmern sprechen.“, berichtet sie weiter.  Auch Gruppenarbeiten standen auf dem Lehrplan und waren Teil des Seminars. Hier verständigten sich die Teilnehmer ebenfalls über ihre Mikrofone. „Das hat noch eine persönlichere Ebene reingebracht, wenn man sich schon nicht sehen kann.“, erläutert sie.

Wenn Sabine Bendfeldt von ihren Erfahrungen spricht, wird schnell klar, dass sich bei einem Webinar auch die Ansprüche an die Dozenten verändern. „Die Social-Media-Dozentin hatte eine sehr entspannte, ruhige Stimme. Da hört man gerne zu. Das ist wichtig.“ Denn erst gegen Ende jeder Stunde richtete sich die Kamera auf die Dozentin, um noch etwas persönlicheren Kontakt mit den Teilnehmern herzustellen. Das fällt vor Ort natürlich leichter.

Bei dem Lehrgang zum CSR-Manager durfte sie sich in einer kleinen Gruppe von vier Teilnehmern an der Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein weiterbilden. „Durch den Blickkontakt mit dem Dozenten sind Fragen oftmals schneller geklärt.“  Aber auch die Zusammensetzung der Gruppe ist entscheidend. „Ich bin samstags freudig zur Wirtschaftsakademie gefahren. Der Dozent ist das eine, aber auch die Teilnehmer sind wichtig. Wir waren eine sehr nette Runde. Da hat es wirklich Spaß gemacht.“ Die Social-Media-Gruppe war mit zwölf Webinar-Teilnehmern hingegen etwas größer. Sabine Bendfeldt war aber auch hier zufrieden: „Es war eine sehr angenehme Gruppengröße. Der Raum für Rückfragen war durchaus gegeben.“

Die Tatsache, dass man sich am Abend noch einmal aufraffen und vor den PC setzen muss, empfand Sabine Bendfeldt als nicht sonderlich schwierig: „Mich hat das Thema einfach interessiert.“ Sie hat meist am Esstisch gesessen, um das Seminar zu absolvieren. „Ich war mitten im Geschehen. Das hatte auch den Nachteil, dass die Familie drum herum wuselte. Dann musste ich schon das ein oder andere Mal ermahnen, dass ich Ruhe brauche, um überhaupt noch etwas von meinem Seminar zu verstehen.“ Insgesamt fand sie die Möglichkeit sich zu Hause weiterzubilden dennoch sehr angenehm.

Ebenfalls sehr erfreut hat Sabine Bendfeldt die finanzielle Unterstützung durch den Weiterbildungsbonus der Investitionsbank des Landes Schleswig-Holsteins. „Auf dem Infoabend an der Wirtschaftsakademie wurde ich darauf aufmerksam gemacht, dass es die Möglichkeit gibt, mich über den Weiterbildungsbonus fördern zu lassen.“ Sie hat sich schlau gemacht und wurde schließlich für beide Weiterbildung unterstützt. „Wenn man gerade plant sich selbstständig zu machen, schadet es nicht auch finanzielle Unterstützung zu bekommen“, sagt sie lächelnd.

Denn Sabine Bendfeldt befand sich zu Beginn ihrer Weiterbildung zum geprüften CSR-Manager (IHK) in genau dieser Situation. Sie entschied sich, ihre Tätigkeit als Leiterin des Nettekieler Ehrenamtsbüros aufzugeben und sich als Beraterin in Fragen zum Themenbereich Corporate Social Responability mit 2stepforward selbstständig zu machen. Dabei geht es vor allem darum herauszufinden, in welcher Form ein Unternehmen gesellschaftliche Verantwortung übernehmen kann. Konkret werden auch unternehmerische Abläufe und Aktivitäten auf ihre Nachhaltigkeit geprüft, um Änderungsprozesse anzuregen, sowohl sozial als auch ökologisch, aber stets unter ökonomischer Betrachtung.  Parallel zu ihrer Selbstständigkeit arbeitete sie in Teilzeit für KulturLife, einer gemeinnützige Gesellschaft für Kulturaustausch mit Sitz in Kiel. „Das war für mich die ideale Kombination: halbtags arbeiten und Geld verdienen, die andere Hälfte Kunden akquirieren.“

Die Weiterbildung zum geprüften Social Media Manager (IHK) rundete ihr Profil ab.
Doch jetzt beendet Sabine Bendfeldt ihre selbstständige Tätigkeit wieder. „Ich habe das Gefühl, die mittelständischen Unternehmen in Schleswig-Holstein sind noch nicht so weit, für Themen wie CSR Geld auszugeben und externe Berater zu bezahlen. Sie lösen es meist intern und nebenbei.“, begründet sie diesen Schritt. Ab Oktober 2017 wird sie sich daher einer neuen Aufgabe widmen: Sie wird Geschäftsführerin des Deutschen Kinderschutzbundes in Kiel. „Ich freue mich auf die verantwortungsvollen Aufgaben, die ich gemeinsam mit meinen Mitarbeitern dort verfolgen kann. Es ist eine traurige Arbeit beim Kinderschutzbund, aber gerade deshalb sehr wichtig.“

Ihre Erfahrungen aus den beiden Lehrgängen wird sie dort einbringen: „Für mich ist es sogar noch schöner in der neuen Position CSR-Themen anzusprechen und meine Ideen entsprechend umsetzen zu können. So kann ich selbst handeln.“ Dabei ist es ihr wichtig, dass ihre Arbeit eine Relevanz in der Gesellschaft hat: „Deshalb arbeite ich gerne im sozialen Bereich.“

Abschließend resümiert Sabine Bendfeldt für sich: „Intuitiv empfinde ich es, dass es für das Verständnis und die inhaltliche Tiefe besser ist vor Ort zu sein. Man kann dann tiefgründiger einsteigen, man hat noch eine persönlichere Ebene und engeren Kontakt. Aber das Webinar hat auch enorme Vorteile. Sich berufsbegleitend Zuhause weiterbilden zu können spricht für sich.“

Ob nun im Präsenzlehrgang oder Webinar – Sabine Bendfeldt rät jedem sich weiterzubilden: „Einfach machen, was einen interessiert. Es muss nicht immer direkt berufliche Notwendigkeit bestehen. Ein Blick über den Tellerrand ist sehr wertvoll.“

Gesellschaftliche Verantwortung übernehmen

Bei ihr laufen die Fäden zusammen: Die gebürtige Lübeckerin Dörte Schönthier ist Assistentin des Vorstands der Wankendorfer Baugenossenschaft für Schleswig-Holstein eG und seit Neuestem auch für alle Belange der Genossenschaft rund um das Thema Corporate Social Responsability (kurz: CSR) verantwortlich. Dabei geht es darum, in welcher Form das Unternehmen gesellschaftliche Verantwortung übernehmen kann. Konkret werden auch unternehmerische Abläufe und Aktivitäten auf ihre Nachhaltigkeit geprüft, um Änderungsprozesse anzuregen, sowohl sozial als auch ökologisch, aber stets unter ökonomischer Betrachtung.

Im Jahr 2015 hat die Wankendorfer Baugenossenschaft für Schleswig-Holstein eG ihren ersten Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht. Dörte Schönthier berichtet: „Ich war bereits vorher Knotenpunkt im Unternehmen, um das soziale Engagement zu bündeln, unter anderem für unsere Kundenzeitung. Doch Nachhaltigkeit setzt sich auch aus den Bereichen der Ökologie und Ökonomie zusammen und genau das wollten wir ebenfalls in den Bericht und unsere Genossenschaft integrieren.“ Aus diesem Grund entschied sich die 43-Jährige in Abstimmung mit dem Vorstand für die Weiterbildung zum CSR-Manager bei der Wirtschaftsakademie. „Durch das Seminar habe ich Anregungen bekommen, wie CSR in Unternehmen umgesetzt werden kann. Wir von der Wankendorfer Baugenossenschaft für Schleswig-Holstein eG wollen uns weiterentwickeln und nicht immer nur das Gleiche fortschreiben.“

Die bundeseinheitliche Weiterbildung zum CSR-Manager (IHK) richtet sich vornehmlich an Fach- und Führungskräfte von Unternehmen aller Branchen und Größen. Auf dem Programm des Lehrgangs stehen unter anderem verschiedene CSR-Managementmodelle, Konzepte und konkrete Instrumente. Die angehenden CSR-Manager werden damit befähigt, geeignete Aktivitäten in ihrem Unternehmen zu erkennen, Veränderungsprozesse einzuleiten und zu bewerten.

Eins von vielen aktuellen Projekten, denen sich die Wankendorfer Baugenossenschaft für Schleswig-Holstein eG momentan widmet, ist es, Unterkünfte für Flüchtlinge zu ermöglichen. „Denn hier können wir damit helfen, was wir am besten können. Aktuell leben in ca. 400 Wohnungen des Unternehmens rund 1.200 Asylsuchende. Dafür haben wir auch beispielsweise Dolmetscher als Integrationshelfer eingestellt.“, so Dörte Schönthier. Bei einem anderen Projekt soll zukünftig an Baumaterial gespart und somit die Umwelt nachhaltig geschont werden. Barrierefreie Zugänge oder Kindertagesstätten im Quartier sind dagegen weitere soziale Aktivitäten, die die Wankendorfer Baugenossenschaft für Schleswig-Holstein eG plant und umsetzt. Doch die Einführung eines Nachhaltigkeitsberichts war nicht immer einfach, erzählt Dörte Schönthier: „Weil niemand jemals Daten wie zum Beispiel den Energieverbrauch nach Standorten systematisch erfasst hatte, war es anfangs schwierig an die genauen Zahlen zu kommen. Ich rege dann soetwas an, aber für die tatsächliche Umsetzung bin ich auf die Unterstützung der Kollegen angewiesen. Alleine könnte ich das nicht bewerkstelligen.“ Die Arbeit im Team funktionierte aber sehr gut. Zudem hatte der Vorstand mit Unterstützung eines wissenschaftlichen Instituts ein Konzept für den Nachhaltigkeitsbericht entwickelt. Auf dieser Grundlage sammelte Dörte Schönthier Informationen bei ihren Kollegen ein. In Zusammenarbeit mit einer Agentur wurden diese dann in einer knapp 50 Seiten umfassenden Broschüre umgesetzt.

Die Weiterbildung zum CSR-Manager (IHK) war nicht ihr erster Kontakt mit der Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein. Dörte Schönthier absolvierte bereits vor zehn Jahren erfolgreich die berufsbegleitende Weiterbildung zur staatlich geprüften Betriebswirtin an der Fachschule für Betriebswirtschaft der Wirtschaftsakademie. „Während einer Phase der Arbeitslosigkeit suchte ich nach Weiterbildungen, die auf meiner bisherigen Bürotätigkeit aufbauten. Ich wollte die Konkurrenz überbieten, in dem ich auf meine Ausbildung als Bürokauffrau noch etwas drauf setzte“, berichtet Dörte Schönthier. Dies gelang ihr, denn sie konnte bereits währenddessen einen Vollzeit-Job annehmen. Sie wurde Assistentin der Geschäftsleitung der Solar Deutschland GmbH, dem größten nordeuropäischen Elektrofachgroßhandel mit Sitz in Neumünster. Sie konnte ihr neugewonnenes Wissen direkt anwenden: „Das international agierende Unternehmen war nicht nur in Deutschland, sondern auch in Dänemark, Schweden, Norwegen, Polen und den Niederlanden tätig. Da kamen die Inhalte aus einem Fach wie Wirtschaftsenglisch genau richtig.“ Ein Standortwechsel des Unternehmens führte zu langen Pendelzeiten für Dörte Schönthier, sodass sie sich schließlich für einen Jobwechsel entschied. Die ausgeschriebene Assistenzstelle bei der Wankendorfer Baugenossenschaft für Schleswig-Holstein eG, mit das größte Wohnungsbauunternehmen in Schleswig-Holstein, war für sie deshalb sofort attraktiv.

„An meiner Arbeit als Assistentin reizt mich besonders, dass es sich um eine verantwortungsvolle Aufgabe handelt und ich sehr selbstständig arbeiten kann. Ich vermittle oftmals zwischen Abteilungsleitern und dem Vorstand, das ist nicht immer einfach“, berichtet Dörte Schönthier. Da ist viel Fingerspitzengefühl gefragt: „Zum Beispiel das Rhetorik-Seminar der Wirtschaftsakademie hat mir geholfen, dass ich schneller die richtigen Worte finde.“ Dörte Schönthier ist begeistert von ihrer Arbeit: „Alles, was den Vorstand betrifft geht durch unser Sekretariat – das ist ein vertrauensvolles Zusammenspiel. Es ist sehr spannend, direkt an den Geschehnissen im Unternehmen beteiligt zu sein.“ Doch es gehe dabei nicht nur darum, E-Mails einzuordnen und Briefe zu öffnen, betont Dörte Schönthier: „Sondern ich muss stets einen Blick dafür haben, was relevant ist, welche Termine eingehalten werden müssen und wo ich unterstützen bzw. entlasten kann.“

Zusätzlich absolvierte Dörte Schönthier eine Weiterbildung zum Projektmanger (IHK). Dabei konnte sie einiges für ihre Tätigkeit als CSR-Manager bei der Wankendorfer Baugenossenschaft für Schleswig-Holstein eG mitnehmen: „Im Rahmen des Projektmanager-Seminars habe ich gelernt, ein großes Projekt nicht als ein riesen Hindernis zu sehen. Ich habe keine Angst mehr vor so großen Aufgaben, weil ich gelernt habe, wie man daran gehen sollte: kleine Schritte planen und strukturiert vorgehen.“

Dörte Schönthier hat Spaß daran, Neues zu lernen und anzuwenden: „Ich lerne selbst für mein Leben gerne und habe deshalb auch bereits alle sechs Module des Führungskräftetrainings an der Wirtschaftsakademie absolviert, deshalb motiviere ich nun meine Sekretariatskollegin, sich stetig weiterzubilden.“, sagt sie mit einem Augenzwinkern.

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